Wirtschaftlichkeit

Das grundlegende Geschäftsmodell von Gravity Storage ist das Einspeichern von zum Teil überschüssigem Strom aus Solar- und Windanlagen und die entsprechende Entladung bei Strombedarf. Versorger, Anlagenbetreiber und Netzbetreiber benötigen zukünftig große Speicher, um eine 24 Stunden-Versorgung sicherzustellen.

Investitionskosten

Die Investitionskosten hängen im Wesentlichen von der Größe des Felskolbens und den standortabhängigen geologischen Bedingungen ab. Umfangreiche Kostenkalkulationen, die von externen Ingenieurbüros angefertigt wurden und auf aktuellen Marktpreisen im Euroraum basieren, ergeben für eine 8 GWh-Variante Kosten von rund 180 Euro pro kWh Speicherkapazität. Dies umfasst sowohl die Planung als auch den Netzanschluss und alle notwendigen Maßnahmen, um den Speicher betriebsfertig ans Netz anzuschließen. Diese Investition wird mindestens 60 Jahre Umsätze generieren und weist sehr niedrige Betriebskosten auf.

Erlösmodelle

Die Auslegung des Gravity Storage hinsichtlich der Turbinengröße und Pumpleistung hängt vom Einsatzzweck ab, den der jeweilige Betreiber verfolgt. Nimmt man einen globalen Blickwinkel auf die unterschiedlichen Energiemärkte, sind verschiedene Erlösmodelle denkbar, die je Anlage miteinander kombiniert werden können

  1. Langfristige Lieferverträge: In Kombination mit z.B. PV oder Windparks liefert eine Betreiber 24 Stunden eine zuvor vereinbarte Menge an Energie und Leistung zu einem über 10 oder mehr Jahre festgeschriebenen Preis an einen Dritten, z.B. ein Stadtwerk einer Metropolregion. Er kombiniert dabei Erzeugung und Speicherung und nutzt Gravity Storage um z.B. tagsüber mit Überschüssen aus einer großen PV-Anlage den Speicher zu laden.

  2. Teilnahme am Stromhandel: Der Speicher nimmt am regulären Handel an der Strombörse teil, d.h. er lädt in Zeiten niedriger Strompreise und liefert Strom zu höheren Preisen.

  3. Erlöse aus Systemdienstleistungen und Regelenergiemärkten: Der zunehmende Anteil an erneuerbaren Energien ist auch eine Herausforderung an die Netzstabilität und die Bereitstellung von Regelenergie. Großspeicher können hierfür perfekte Leistungen anbieten, weil sie schnell am Netz sind und Blackouts vermeiden helfen.

  4. Optimierung der Strombeschaffung bei energieintensiven Betrieben: Mithilfe des Gravity Storage können stromintensive Betriebe Kosten für Lastspitzen senken, wenn statt einem Bezug aus dem Netz der Speicher einspringt. Er wird in Zeiten niedriger Strompreise geladen.

Ziel ist es, den Gravity Storage unabhängig von Subventionen zu betreiben. Den erfolgversprechendsten Einsatz sehen wir zunächst in Kombination mit großen Solarfeldern in sonnenreichen Regionen. Deshalb sind die Zielmärkte der Technologie die USA, der Mittlere Osten, China und Indien. In Europa eignet sich die Technologie zur Aufrechterhaltung von Versorgungssicherheit bei schwankender Einspeisung ins Netz. Angesichts der Pläne zum großmaßstäblichen Ausbau der Offshore-Windkraft, wird der Gravity Storage eine bedeutende Rolle zukommen. Seine niedrigen Kosten und die mehr als 60 Jahre Betriebszeit werden ihn zu einem festen Element des Energiesystems in Europa werden lassen.

 

 

 

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